Mr. T: Schwangerschaftskomplikationen, Frühgeburt und was sonst dazu gehört

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Heute wird Mr. T bereits zwei Jahre alt. Wie die Zeit doch verfliegt. Zu diesem Anlass möchte ich mal etwas zu seiner Schwangerschaft und die Zeit danach schreiben, denn dabei verlief nicht unbedingt alles nach Plan. Mr. T kam in der 31. Schwangerschaftswoche (30+2) also etwa 10 Wochen zu früh zur Welt. Mit diesem Beitrag möchte ich gern anderen Mamis Mut machen, die vielleicht selber gerade in der gleichen Situation sind. Der Beitrag wird allerdings ziemlich lang, daher versuche ich ein paar sinnvolle Absätze zu schaffen, damit man auch zwischendrin einfach aufhören und wieder einsteigen kann.

Frühschwangerschaft

Schon am Anfang der Schwangerschaft bekam ich Blutungen, was mir schon da große Sorgen bereitete. Zwischen dem Schwangerschaftstest und meinem ersten Frauenarzttermin lagen, ich glaube, zwei oder drei Wochen. Anfangs bildete ich mir ein, dass es noch normal wäre. Da die Blutungen aber länger als eine Woche anhielten, bin ich doch in eine Klinik gefahren, um das Ganze prüfen zu lassen. Da war die Dame vom Empfang schon sehr unangenehm. Sie wollte meinen Mutterpass, den ich ja noch nicht hatte, und meinte dann, woher ich denn überhaupt wüsste, dass ich schwanger wäre. Aber sie sagte das so abfällig als wenn ich ein bisschen dümmlich wäre. Ähm…weil ich einen Schwangerschaftstest gemacht habe? Na ja egal…am Ende kam raus, dass ich wirklich schwanger bin und die Blutungen nicht aus der Gebärmutter kamen, also alles gut. Die Blutungen hörten aber nicht auf weswegen ich bis zum Ende des dritten Monats schwangerschaftserhaltende Hormone bekam. Damit sind die Blutungen auch verschwunden, also Gefahr gebannt 🙂 Ansonsten hatte ich allerdings keinerleit Beschwerden, keine Übelkeit oder schlimmeres.

Zweites Trimester – Einweisung ins Krankenhaus

Anfang der 28. Schwangerschaftswoche (27+0) kam ich ins Krankenhaus. Ich hatte schon die Wochen davor immer einen sehr harten Bauch, verspürte einen Druck nach unten und hatte so einen Schmerz, der immer in den Rücken zog. Zudem hatte ich sehr oft das Gefühl, dass ich auf die Toilette muss, war aber nicht der Fall. Nun im Nachhinein weiß ich, dass ich vorzeitige Wehen hatte. Aber damals dachte ich mir, hab dich mal nicht so. Das sind wahrscheinlich normale Schwangerschaftsbeschwerden. Ich hatte ja während dieser Schwangerschaft ansonsten keinerlei Beschwerden, keine Übelkeit, keine Heißhungerattacken oder sonst noch etwas. Außer in den ersten Wochen Blutungen, weswegen ich anfangs schwangerschaftserhaltende Hormone nahm.

Also an dem besagten Dienstagabend (27+0) habe ich abends Blutungen bekommen und meinte dann zu meinem Mann, dass wir vielleicht doch ins Krankenhaus fahren sollten. Da waren wir übrigens gerade erst den Abend vorher zur Kreißsaalbesichtigung. Die Hebamme dort machte mir auch noch keine Angst und auch der behandelnde Arzt, der scheinbar auch der Chefarzt war, machte einen sehr entspannten Eindruck. Er nahm mich auch lieber mit in sein Büro und Behandlungszimmer, weil dort wohl das Ultraschallgerät besser wäre. Er hat sich sehr viel Zeit für den Ultraschall genommen und zeigte mir alles ganz genau, außer das Köpfchen, denn das lag schon zu tief zum Schallen. Er machte aber dafür Bilder von Mr. T’s Fuß und von seinem besten Stück ;). Danach ging es auf den Stuhl und er wollte sich den Muttermund anschauen. Hier kippte die Stimmung. Der Arzt war plötzlich völlig aufgelöst, weil da so viel Blut war, sodass er wohl nichts erkennen konnte. Er meinte auch, dass mein Muttermund schon 2 cm geöffnet wäre und ich direkt in ein anderes Krankenhaus verlegt werden müsste, das eine Frühchenstation hat. Hier kippte auch bei mir die Stimmung und ich bekam Schmerzen, die für mich doch sehr schwer auszuhalten waren… Wehen eben. Der Arzt verabreichte mir noch kurz vor Abfahrt eine Spritze zur Lungenreife des Babys, denn die war noch nicht bereit um nach der Geburt auch zu funktionieren. Außerdem kam ich direkt an einen Tropf mit einem Wehenhemmer, der leider nicht so schnell anschlug, sodass ich im Krankenwagen noch ziemliche Schmerzen aushalten musste. Auch im neuen Krankenhaus hat es noch die halbe Nacht gedauert bis die Ärzte meine Wehen in den Griff bekamen. Ich kam dort direkt ans CTG und bekam einen anderen Wehenhemmer. Durch diesen bekam ich allerdings ziemliches Herzrasen und fühlte mich sehr schlapp. Aber nach ein zwei Tagen hatte sich mein Körper daran gewöhnt.

Als die Wehen über Nacht zurückgingen, kam ich vom Kreißsaal auf die Entbindungsstation. Dort kam dann auch ein Kinderarzt zu mir, der mich darüber aufklärte, was passieren könnte und würde, wenn mein Kind nun schon auf die Welt käme. Das Gespräch war sehr gut und er konnte mir auch ein paar Ängste nehmen.

Außerdem bin ich noch fest davon ausgegangen, dass schon alles noch gut geht. Später wurde mir noch gesagt, dass wenn ich nach etwa einer Woche keinen Wehenhemmer mehr benötigen würde, der Muttermund operativ verschlossen werden könnte und ich dann sogar wieder nach Hause und auch arbeiten gehen könnte. Diese OP nennt man Cerklage. Ab dem Moment stand für mich fest, alles wird gut und ich komme schwanger wieder aus dem Krankenhaus.

Den Dienstag darauf war es soweit, ich bekam meine OP und war guter Dinge am Freitag das Krankenhaus verlassen zu können. Eine Komplikation, die bei der OP hätte passieren können, war, dass meine Fruchtblase perforiert wird und dadurch platzt. Aber meine Mama machte mir Mut und meinte, dass wir in unserer Familie extrem feste Fruchtblasen hätten und die immer hätten geöffnet werden müssen. Also alles klar, da würde nichts passieren. Und so war es auch. Die OP verlief komplikationslos.

Wenn es einmal läuft – Blasensprung und die Zeit danach

Aber am nächsten Tag machte es trotzdem flatsch. Die Fruchtblase war wohl geplatzt und ich dachte mir, das kann doch wohl jetzt nicht wahr sein. Leider hatte ich aber auch noch immer Blutungen, weswegen nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte, ob ich nun wirklich einen vorzeitigen Blasensprung hatte oder nicht. Denn der Test springt auf Fruchtwasser und Blut an. Aber nach ein paar Tagen war dann doch klar, die Blase ist geplatzt. Ab jetzt hieß es, jeden Morgen Blut abnehmen, um meine Entzündungswerte zu checken, da die Infektionsgefahr beim Kind nun stieg, und nur noch Liegen. Und natürlich durchhalten! Ich habe echt alles getan. Ich habe nur noch gelegen, sogar beim Essen. Mein Becken wurde hochgelagert, damit das Fruchtwasser drin bleibt. Auf Süßigkeiten habe ich verzichtet, weil das süße Milieu Bakterienwachstum begünstigt. Und duschen dürfte ich auch nur noch 1x die Woche und das war wirklich Horror im Sommer!

Ich weiß nicht mehr wann genau, aber ich hatte dann nochmals trotz Wehenhemmer Wehen und weiterhin meine Blutungen. Die haben sie im Krankenhaus nie in den Griff bekommen. Kein Arzt hat herausgefunden, wo das Blut nun herkommt. In der Zeit habe ich mit jeder Wehe viel Blut verloren und der Wehenhemmer hatte nicht mehr angeschlagen. Nun gab es noch eine Möglichkeit. Ich konnte ein Medikament gegen Rheuma nehmen, das als „Nebenwirkung“ Wehen hemmt, aber eben dafür nicht zugelassen ist. Aber es war die letzte Möglichkeit, also nahm ich natürlich auch dieses Medikament, welches zum Glück anschlug. Aber ich hatte bereits extrem viel Blut verloren, also bekam ich sogar eine Bluttransfusion.

Das Kind wird geholt

Danach hielt ich noch ein paar Tage durch, doch dann stiegen leider meine Entzündungswerte. Ich hatte mir irgendeinen Keim (Serratien) eingehandelt, der wieder Wehen auslöste, trotz Wehenhemmer auf höchster Stufe. Um zu verhindern, dass Mr. T sich auch infiziert, musste er dann schlussendlich in der 31. Schwangerschaftswoche (30+2) geholt werden. Als mir das gesagt wurde, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich war mir sicher, ich schaffe es am besten bis zum ET. Wobei er wohl eh mit 34+0 geholt worden wäre, wegen dem Blasensprung. Aber es hat mich fertig gemacht, dass ich ihm nicht mehr Zeit verschaffen konnte. Und dann auch noch der Kaiserschnitt, den ja eher weniger Mamis planen. Die Ärztin meinte jedoch, dass man nicht wüsste, wie lang jetzt noch die Geburt dauern würde und es zu viel Stress für Mr. T wäre.

Also wurde der OP vorbereitet und Mr. T wurde abends kurz vor 19 Uhr geholt. Leider wurde er auch direkt ins Nebenzimmer gebracht, wo sich die Kinderärzte um ihn kümmerten. Ich konnte ihn also nicht in den Armen halten geschweige denn überhaupt sehen. Man hat ihn nur Schreien hören, was ja schon mal beruhigend ist, weil er ja anscheinend am Leben war. Ich kam danach erst in den Aufwachraum und wurde danach auf die Gynäkologie verlegt. Sascha dürfte aber dann noch mit auf die Intensivstation und Mr. T sehen und auch anfassen. Er hat mir dann noch Bilder geschickt, damit ich zumindest weiß, wie er aussieht.

Der nächste Tag war für mich dann auch wirklich hart. Ich hatte keine Kraft aufzustehen und extreme Schmerzen von dem Kaiserschnitt. Gegen Mittag wurde ich dann zum Aufstehen gezwungen, damit mir der Blasenkatheter gezogen werden konnte. Auf dem Weg zur Toilette wurde mir dann auch direkt schwarz vor Augen. Mein Kreislauf war völlig im Eimer.

Und dann kam der Besuch. Meine Ex-Zimmergenossin hat mich aufgesucht sowie die Physiotherapeutin, die mich täglich massiert hatte und auch eine der Schwestern von der alten Station. Alle fragten natürlich nach Mr. T und ob ich ihn schon gesehen hätte, aber das musste ich leider immer verneinen. Denn ich war ja völlig hilflos und konnte mich keine 10 m bewegen. Erst als dann Sascha gegen 16 Uhr zu Besuch kam, nahm er mich mit zur Intensivstation und ich konnte Mr. T zum ersten Mal sehen. Anfassen dürfte ich ihn leider nur mit Handschuhen, wegen diesen blöden Serratien. Das blieb auch bis zum Ende so, dass mir der Haut-zu-Haut-Kontakt untersagt wurde. Das war für mich wirklich sehr schlimm und vor allem auch irgendwann nicht mehr nachvollziehbar. Ich wurde ja dagegen behandelt und sollte dementsprechend irgendwann „keimfrei“ sein.

Die Intensivstation

Mr. T hat sich aber von Anfang an sehr gut gemacht. Er war mit 43 cm und 1850 g schon sehr groß und schwer. Die Schwestern munkelten schon, dass er bestimmt am Ende der Schwangerschaft ein riesen Baby mit 4 kg gewesen wäre. Er bekam auch nur in der ersten Nacht eine Atemhilfe. Ansonsten musste das Gehirn nur mit Coffein stimuliert werden, damit er das Atmen nicht vergisst. Er nahm von Anfang an schön zu und es gab eigentlich nie Probleme, und wenn waren sie für mich meist Lappalien. Zum Beispiel Meinte eine Ärztin, dass er ja so schlecht trinken würde, das müsse sich unbedingt ändern. Das waren ein oder zwei Tage nachdem er überhaupt das erste Mal die Flasche bekam. Ansonsten wurde ihm die Milch immer nur sondiert. Also, dass er das noch nicht direkt konnte, war für mich ganz klar und überhaupt nicht schlimm.

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Allerdings muss ich ganz klar sagen, war es schon sehr komisch. Man hat ein Kind, aber man darf es nur zu bestimmten Besuchszeiten sehen. Und selbst wenn man da ist, kann man die Kleinen ja nicht so einfach auf den Arm nehmen. Auch wenn sie schreien, kann man nicht immer für sie da sein und man weiß aber auch, dass die Schwestern nicht sofort springen können…eine wirklich schlimme Vorstellung für mich. Einmal täglich dürften wir känguruen. Dabei wird das Kind nackt auf die ebenso nackte Brust der Eltern gelegt. Ansonsten lag er im Inkubator und man konnte nur die Hände auflegen. Das Känguruen hat viele Vorteile für die Entwicklung des Frühchens, die Bindung wird gestärkt und bei Mamas hilft es auch der Milchbildung. Da ich ja nun leider nur in Vollvermummung (Kittel und Handschuhe) an mein Kind durfte, hat Sascha das Känguruen größtenteils übernommen. Wenn vor allem der Haut-zu-Haut-Kontakt wichtig ist, machte es ja keinen Sinn ihn auf meinem Kittel liegen zu haben. Erst als er in ein Wärmebettchen kam, konnten wir ihn jederzeit auf den Arm nehmen.

Auch an die vielen Kabel und Schläuche musste man sich erst gewöhnen. Aber vor allem musste man sich klar machen, dass auch wenn dieses kleine Wesen zerbrechlich aussieht, es das nicht ist. Für die Kinder ist es wichtig, richtig angepackt zu werden. Das gibt ihnen ja auch Sicherheit. Daher wurden wir auch direkt in die Versorgung eingebunden. Am Anfang hieß das nur die Windeln zu wechseln und Temperatur messen. Später kam dann noch das Füttern und Medikamente geben hinzu. So waren dann auch wir startklar und fühlten uns sicher im Umgang mit unserem Sohn.

Zum Glück war Mr. T sehr schnell fit und konnte statt nach erst angenommenen zehn Wochen bereits nach fünf Wochen nach Hause. Er entwickelt sich weiterhin ganz toll und wir sind wirklich sehr stolz auf unseren kleinen Kämpfer, der heute schon zwei Jahre alt wird! Es war wirklich eine Zeit, die man sich kein zweites Mal wünscht. Aber was ich mir immer sage, was sind schon 5 Wochen im Vergleich zu seinem restlichen Leben.

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Ich bin schwanger! – Zusammenfassung vom 1. und 2. Trimester

Jetzt muss ich meine lieben Blogleser erstmal abholen. Es war ja nun schon wieder lange still hier. Auf Instagram habe ich es ja schon lang verkündet. Ich bin wieder schwanger. Mr. T bekommt also ein Geschwisterchen, ein Brüderchen um genau zu sein. Und zwar so ziemlich als Geburtstagsgeschenk. Der errechnete Termin liegt nämlich zwei Tage vor seinem Geburtstag am 04.08.2018.

Aber nun erstmal von Anfang an.

Ein Geschwisterchen war ja sowieso irgendwann geplant und ich finde einen Altersunterschied von zwei Jahren auch total super. Nicht weil ich mich damit besonders beschäftigt habe, sondern weil mein Bruder und ich etwa zwei Jahre auseinander sind. Das hat mir persönlich einfach immer gut gefallen. Gerade denke ich, oh man, aber ist das für mich als Mama auch das Richtige? Na ja nun ist es eh zu spät.

Mit den zwei Jahren gab es nur das Problem, dass es nach dem Kaiserschnitt von Mr. T hieß, ich sollte 1 – 2 Jahre warten, am besten mindestens anderthalb. Dann wären die Geburtsmonate aber in die Winterzeit gefallen und das wollte ich auch nicht. Also hätte ich noch länger gewartet. Nach einem Gespräch mit einer lieben Freundin, habe ich die guten Vorsätze jedoch über den Haufen geworfen und siehe da, ein Schuss ein Treffer. Mehr werde ich nicht ins Detail gehen 😉

Schwangerschaftstest vom 30.11.2017

Das erste Trimester

Mit dem Schwangerschaftstests habe ich wieder gewartet bis ich eine Woche überfällig war. Wobei der Test fast überflüssig war. Kurz darauf gab es schnell erste Anzeichen. Ich hatte Heißhungerattacken und litt die ersten drei Monate unter einer allgegenwärtigen Übelkeit. Ich musste mich zwar nie übergeben, aber diese permanente Übelkeit war doch sehr nervig. Aber gegen die Übelkeit half komischerweise Essen. Bei Mr. T hatte ich überhaupt keine Schwangerschaftsanzeichen. Zumindest empfand ich es so. Meine Kollegen meinten, dass ich ziemlich launisch war, aber das konnte zumindest mein Mann nicht bestätigen. Jedoch hatte ich dieses Mal keine Blutungen, was mich sehr beruhigt hat und mir Mut für meine neue Schwangerschaft machte. Ich habe nämlich schon etwas Bammel, dass diese Schwangerschaft wieder mit einer Frühgeburt endet, aber dazu verfasse ich nochmal einen eigenen Blogbeitrag.

Ultraschallbild SSW 9+5

Ansonsten ist im ersten Trimester nicht viel passiert. Außer, dass ich diesmal eine Nackenfaltenmessung durchführen ließ. Im Nachhinein bin ich noch immer zwiegespalten über diese Untersuchung. Aber das ist ein anderes Thema. Jedoch habe ich sehr schöne Ultraschallbilder mitbekommen, die letzten von meiner Frauenärztin waren leider nicht so gut geworden. Und ich meinte auch schon erkannt zu haben, dass es ein Junge werden würde. Der Arzt hat allerdings nichts gesagt, aber dafür war es ja auch eigentlich viel zu früh.

Das zweite Trimester

Auch im zweiten Trimester läuft noch fast alles nach Plan. Meinen zweiten Ultraschall Termin, bei dem auch alle Organe angeschaut werden, hatte ich bereits in der 18. Schwangerschaftswoche. Das war zwar etwas früh, aber die Frauenärztin meinte, bei so einer schlanken Mama kann man auch jetzt schon alles gut sehen. Das hört man natürlich sehr gern, besonders wenn schon ein kleines Bäuchlein zu sehen ist. Und hier hat sich mein Verdacht auch direkt bestätigt. Es wird wieder ein Junge!

Ultraschallbild SSW 17+5

Seit etwa Mitte März ist leider mein Bauch schon wieder härter. In der 22. Schwangerschaftswoche hat mich dann auch noch ein Magen-Darm-Infekt völlig niedergestreckt. Sascha hatte zwei Tage daran zu knabbern. Ich fühlte mich wochenlang schlapp. Außerdem verspürte ich dann auch wieder so einen Druck nach unten. Auch die Frauenärztin „diagnostizierte“: Das Köpfchen liegt schon wieder ein bisschen tief. Nun versuche ich mich extrem zu schonen. Zum Glück habe ich so einen lieben Mann, der mir sehr viel abnimmt und auf mich Acht gibt. In letzter Zeit hatte ich auch mal vereinzelt Wehen, aber das ist ja nicht unbedingt unnormal. Solange ich keine Schmerzen dabei habe oder der Druck nach unten wieder kommt, ist alles gut. Das sage ich mir zumindest 😉 Ich versuche weiterhin positiv zu bleiben. Das rate ich sowieso jedem 😉 Das macht das Leben einfach so viel schöner!

Ultraschallbild SSW 24+6

Ich hoffe, dass es jetzt gut weitergeht und halte euch auf dem Laufenden!

Bis dahin, alles Gute!
Eure Suzi

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Abgestillt: Unverhofft kommt oft

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Wie die Überschrift schon verrät. Wir haben abgestillt. Ja, ich bin für viele wahrscheinlich eine „Langzeit-Stillerin“, denn Mr. T ist jetzt schon 17 Monate alt. Aber für mich war das noch immer vollkommen ok. Er ist und bleibt eben mein Baby. Seit Monaten haben wir sowieso nur noch nachts gestillt, somit musste ich mich tagsüber auch nicht rechtfertigen. Ich hatte eh schon öfter das Gefühl, dass es meine Umwelt nicht so normal oder richtig empfunden hat, wie ich das geregelt habe. Mr. T war ja ein Frühchen und im Krankenhaus wurde uns empfohlen, die 10 Wochen, die er früher kam auch über den 6 Monat hinaus voll zu stillen. Da ich mich außerdem für das Konzept „Baby-led Weaning“ zur Beikosteinführung entschieden habe, wurde Mr. T sogar länger voll gestillt. In meinen Augen hat ihm das nicht geschadet, aber es gab auch damals schon einige nicht so überzeugte Stimmen in meinem Umfeld. Aber ich habe mir da nicht reinreden lassen und auch meinen Mann überzeugen können, dass wir es auf meine Weise machen.

Aber nun um Abstillen

Leider wird es keine Abstill-Tipps von mir geben. Wir hatten das schon länger vor und ich habe auch meine Hebamme diesbezüglich kontaktiert. Sie gab mir den Tipp einfach drei Tage wegzufahren und meine Männer allein zu lassen. Das würde wohl bei den meisten super funktionieren. Mir kam das aber, ehrlich gesagt, etwas radikal vor. Auch wenn ich denke, dass mein Mann das super hinbekommen und auch Mr. T keinen Schaden davon getragen hätte. Denn eigentlich brauchte er das in meinen Augen gar nicht mehr. Ich denke, es war einfach meine Faulheit ihn nachts wieder in den Schlaf zu wiegen. Anlegen war einfach viel leichter und entspannter. Ich nehme an, dass das Saugen ihn beruhigt hat, denn er nimmt keinen Schnuller, den man ihm sonst einfach hätte in den Mund stecken können.

Aber nun zum Wesentlichen…

Bei uns war es so, dass Mr. T einfach erkältet war und das den Startschuss gab. Denn mit verschnupfter Nase kann man halt einfach nicht saugen. Und so musste ich ihn zwangsläufig anders beruhigen. Das war leider nicht ganz einfach. Auch weil ich nachts wirklich immer sehr fertig bin und einfach nur weiterschlafen möchte. Oftmals habe ich ihn dann in unser Bett geholt. Das funktionierte aber auch nur so gut, weil Papa da drin lag. Denn Mr. T befindet sich gerade in einer extremen Papaphase. Ich konnte alles Mögliche probieren, um ihn zu beruhigen und nichts half. Teilweise schrie er wirklich sehr heftig und da drehte sich Papa zu uns, nahm ihn auf den Bauch und schwupps hat der Junge seelenruhig geschlafen. Da zweifelt man als Mama echt auch an sich selbst. Nun habe ich ja nicht mal mehr die Brust zu bieten, also bin ich jetzt vollkommen out. Ich bin mal gespannt, wie lange diese Phase noch anhält. Das ging nämlich schon vor Weihnachten los. Wobei ich auch zugeben muss, dass es mal ganz angenehm ist, wenn Mama abgeschrieben ist, sobald Papa zu Hause ist.

Mittlerweile muss ich nachts auch nicht mehr oft raus. Meist schläft er jetzt von 23 bis 7 Uhr durch. Ins Bett geht er schon 20 Uhr aber bis 23 Uhr kann es schon nochmal sein, dass er wach wird und Hilfe benötigt, um wieder in den Schlaf zu kommen. Aber danach schafft er es jetzt eigentlich ganz gut allein. Morgens hole ich ihn dann wieder in mein Bett und da schläft er jetzt sogar oftmals mit mir bis 9 Uhr. Ich will das ja eigentlich gar nicht veröffentlichen, weil es dann meistens nicht mehr so gut funktioniert. Das war zumindest früher immer, wenn ich mich gefreut habe, dass er vier oder fünf Stunden am Stück geschlafen hat. Dann habe ich es meinen Freundinnen erzählt und schwupps war er wieder alle zwei Stunden nachts wach. Also ich hoffe, die Langschläferphase bleibt noch etwas. Denn ich bin ein extremer Vielschläfer und könnte eigentlich immer schlafen.

Aber das Beste an der ganzen Sache:

Endlich bin ich diese blöden Stillhütchen los! Man war doch echt Sklave dieser Dinger. Unterwegs durfte man sie auf keinen Fall vergessen, denn dann waren wir halt echt völlig aufgeschmissen. Außerdem musste man ja immer mehrere dabei haben, falls mal eins unterfällt. Und dieses permanente Sterilisieren. Es war einfach nervig. Also ich finde es schon irgendwie traurig nicht mehr zu stillen, aber ich versuche trotzdem so viel wie möglich Mr. T meine Nähe anzubieten. Doch diesen Stillhütchen traue ich keine Sekunde hinterher!

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Suzi’s kleiner Rückblick auf 2017

Nun ist es lange still gewesen hier besonders von meiner Seite…

2017 war für uns wirklich ein aufregendes Jahr. Mr. T hat so viele Dinge gelernt und wir haben so viel gemeinsam erlebt. Jetzt möchte ich den Moment nutzen und euch ein kleines Resümee des Jahres schreiben. Aber wirklich nur ganz kurz.

Für mich ist es ziemlich unwirklich, wenn ich daran denke, dass Mr. T vor einem Jahr gerade mal nach etwas gezielt greifen konnte und Ende Januar sich mal ausversehen vom Bauch auf den Rücken gedreht hat. Ich meinte auch die ersten Zähne entdeckt zu haben, aber die kamen dann doch erst Ende Februar. Da war ich wohl etwas voreilig. Mit dem Drehen hat es dann doch endlich im März geklappt und da hat er auch angefangen so richtig laut und herzhaft zu lachen. Da geht einem echt das Herz auf :). Im April war es eher ruhig um ihn bestimmt, aber im Mai ging es dann rasant weiter. Die nächsten Zähne kamen und zwar gleich vier auf einmal, er fing an zu krabbeln und er hat wohl „Papa“ gesagt. Wobei ich noch immer denke, dass diese Silben einfach nur einfacher für die Kleinen zu brabbeln sind als „Mama“… Das hoffe ich zumindest ;). Außerdem haben wir unseren ersten gemeinsamen Familienurlaub in Dänemark verbracht. Die Fahrt war zwar lang, aber Mr. T hat alles gut mitgemacht.

Ende Juni haben Mr. T und ich ein Wellnesswochenende mit ein paar Freundinnen verbracht. Ok, das ist wohl eher einer meiner Meilensteine. Ganz allein mit Kind weg von zu Hause. Das war aufregend und hat auch super funktioniert. Im Juli und August haben uns jeweils Mr. T’s Urgroßeltern besucht. Das war natürlich auch ein Highlight für uns. So haben sie auch gleich mal gesehen, wo und wie wir jetzt wohnen. Und dann ging es für uns auch schon wieder in den Urlaub. Im September und Oktober war es dann eher wieder still. Im November kamen dann wieder die nächsten zwei Zähne, bei uns kommt nie einer allein. Außerdem sind Mr. T und ich wieder ein Wochenende weggefahren. Diesmal ging es in die Niederlande. Dort haben wir Freunde besucht und das wurde auch wieder Zeit!

Im Dezember war es natürlich auch nicht langweilig, immerhin ist da ja Weihnachten, was wir in der Heimat bei unserer Familie verbracht haben. Und natürlich kamen auch diesen Monat nochmal zwei Zähne, aber die haben wir zum Glück gar nicht so richtig gemerkt. Aber das eigentliche Highlight des Dezembers war, das Mr. T Laufen gelernt hat. Seitdem ist das Krabbeln völlig vergessen und es wird überall hingelaufen. Ich denke, da war er selbst auch wirklich stolz auf sich. Es hat ihm sichtlich Spaß gemacht.

Nun bin ich schon sehr gespannt wie es weitergeht und freue mich auf viele weitere erste Male. Aber besonders freue ich mich mit Maike den Blog gestartet zu haben und ihn in diesem Jahr weiter zu füllen. Wir würden uns auch sehr über Kommentare freuen, was euch so interessiert. Also wenn das Wetter wieder besser ist, wird es auf jeden Fall weitere Spielplatzvorstellungen geben, auch Basteltipps sollen nicht fehlen und natürlich einfach ein paar Beiträge über unseren Alltag. Aber wir möchten euch auch unsere Beikosteinführung „Baby-led Weaning“ näher bringen. Aber dazu später mehr.

Dann wünsche ich euch erstmal einen guten Start für 2018!

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Wertschätzende Kommunikation mit Kindern: So widersprüchlich kommunizieren (wir) Eltern

„Iss noch etwas!“    –    „Schling nicht so!“

„Beeil dich!“   –    „Warte, nicht so schnell!“

„STOP, das darfst du nicht!“    –    „Mach doch mal allein!“

„Sag: ‚Hallo‘, ‚Bitte‘, ‚Danke‘!“    –    „Pst, sei leise!“

„Bleib auf deinem Stuhl sitzen!“    –    „Sei doch nicht so faul!“

Ganz ehrlich, wenn mit mir jemand so sprechen würde, ich würde AUSRASTEN! Abgesehen davon, dass sich die Aussagen (eigentlich sind es sogar Befehle) von (uns) Eltern ganz häufig widersprechen, sind sie sowas von oben herab formuliert, dass man sich dabei nur klein und unsicher fühlen kann. Ist das nicht traurig? Immer wieder beobachte ich, wie viele Kinder solche oder ähnliche Sätze hören, oft zviele Male am Tag. Komischer Weise sind (wir) Eltern dann auch noch überrascht, wenn dieses Kind, was womöglich gerade seine Autonomie kennenlernt, verteidigt und entwickeln MUSS, einen Wutanfall bekommt???? Sorry Leute, aber das kapier ich nicht!

Ich weiß, das greift jetzt die eh schon gestressten Eltern an. Das Kind ist nämlich so anstrengend zur Zeit und will sich gar nicht benehmen. Das artet aus, wenn man (wir) nicht eingreifen. Ja, und?

Mal ganz ehrlich, wo liegt denn wirklich das Problem? Kein Mensch hat verdient, dass in einem solchen Befehlston mit ihm gesprochen wird. Kein Mensch hat Lust darauf, sich herumkommandieren zu lassen. Vor allem aber: Kein Kind kann sich entwickeln, wenn es ständig bevormundet wird. Kein Kind kann Kind sein und ohne Manipulation groß werden, wenn es nicht Kind sein darf. Wenn es nicht ausprobieren darf, entscheiden darf und bestimmen darf – über sich und seinen Körper.

Wenn (wir) Eltern das verstanden haben, ist es an der Zeit, auch die Kommunikation anzupassen. Unsere Kinder nicht mehr anders (schlechter) zu behandeln als unsere erwachsenen Mitmenschen. Wertschätzende Sätze zu formulieren, hin zu schauen und zu begleiten. Anstatt zu formen und zu „fördern“, denn das ist viel zu oft leider gegen die Natur der Kinder.

Mit diesen Tipps wird unsere Kommunikation wertschätzender (ob mit Kind oder Erwachsenen):

  • Ich-Botschaften formulieren (zum Beispiel: „Ich möchte jetzt gehen.“ „Ich möchte das nicht.“)
  • In die Situation des Kindes versetzen und nachvollziehen. („Ich verstehe dich.“) Achtung: Sehr schwierig, da wir selbst häufig diese Sätze gehört haben und schon manipuliert sind!
  • Die eigenen Gefühle benennen. („Ich bin so müde.“ Bitte bedenkt aber: Kleine Kinder können mit dem Inhalt der Aussage noch nichts anfangen UND jeder Erwachsene trägt selbst die Verantwortung, sein Unwohlsein abzuschaffen und eine positive Beziehung zum Kind aufzubauen.)
  • Bewertungen streichen! („Das war aber nicht viel Brot.“, „Das war jetzt aber nicht nett.“) Warum auch positive Bewertungen und Lob nicht mehr dem aktuellen Stand einer kindgerechten Erziehung/Begleitung entsprechen, beschreibe ich demnächst mal in einem eigenen Beitrag.
  • Eventuell Fragen stellen, mit dem Kind gemeinsam eine Lösung finden ODER direkt die Entscheidung des Kindes akzeptieren. (Bitte vorher überlegen, ob ihr bereit seid dazu. Spricht etwas dagegen, oder nur ein „Das macht man so halt nicht.“? Der Schutz des Kindes geht natürlich immer vor!)

Die eigene Kommunikation wertschätzender zu gestalten, ist tatsächlich gar nicht so einfach. Immerhin kommunizieren wir im Alltag meistens, ohne vorher zu reflektieren, genau zu formulieren und in Stresssituationen rutscht dann doch wieder ein Befehl, eine Beleidigung oder Bewertung raus. Aber Übung macht auch hier den Meister 🙂

 

 

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