Babygebärden

Etwas spät, aber wir fangen jetzt (Mr. T ist ja schon 14 Monate alt. ) noch mit Babygebärden an. Bisher gibt Mr. T nur Laute von sich und so ein paar Gebärden werden ihm schon nicht schaden. Aber was ist das überhaupt?

Babygebärden sind einzelne Gebärden aus der Deutschen Gebärdensprache, die von Babys einfach gelernt werden können. Was für mich sehr wichtig war, es sind keine erfunden Handbewegungen, sondern „echte“ Gebärden. Wenn ich Mr. T schon eine weitere Sprache beibringe, dann auch eine, die theoretisch jeder verstehen kann. Babys können ab etwa acht Monaten über Gebärden ihre Bedürfnisse und Gedanken ausdrücken. Also wenn das eigene Mitteilungsbedürfnis größer ist als die Fähigkeit zu sprechen. Da Mr. T bisher hauptsächlich drei Laute nutzt Da, Pa und Ma, hoffe ich, dass wir beide damit viel Freude haben und er sich vielleicht etwas konkreter mitteilen kann.

Zu dem Thema findet ihr mittlerweile sehr viele Informationen im Internet, z. B. auf YouTube, oder in Buchform, aber auch Kurse. Ich habe mich für ein Buch entschieden und wollte mir anschließend einfach YouTube Videos für die Gebärden anschauen. Das hat sich allerdings als sehr schwierig herausgestellt. Denn es gibt scheinbar bei Gebärden auch noch Dialekte. So zweifelte ich immer mal zwischendurch an der Glaubwürdigkeit meiner Quellen und suchte weiter in der Hoffnung etwas richtig Offizielles zu finden. Aber dann habe ich die Info mit den Dialekten gefunden. Dabei geht es aber wirklich nur um ganz vereinzelte Gebärden. Aber ich war sehr verunsichert und habe mir dann doch gewünscht, dass ich einfach einen Kurs besucht hätte. In Kassel gibt es übrigens einen Kurs, der sich BabySignal nennt bzw. auf dem Konzept fußt und genau diese Babygebärden thematisiert. Maike hat ihn besucht und wird euch darüber sicher noch mehr erzählen.

So aber wie funktioniert das Ganze nun eigentlich? Für den Start sucht ihr euch etwa sechs bis zwölf Gebärden aus, die im eigenen Alltag eine Rolle spielen. Diese Auswahl ist nicht in Stein gemeißelt. Der Alltag mit Kindern und auch deren Interessen verändern sich schnell und so können auch Gebärden uninteressant werden und dafür andere umso besser passen. Wenn ihr routinierter werdet, könnt ihr die Anzahl natürlich erhöhen, auch wenn ihr noch keine “Antwort“ vom Kind erhalten habt. Ihr braucht auch keine Angst haben etwas falsch zu machen. Es soll einfach Spaß machen und dann ist es auch automatisch „richtig“. Wichtig ist es einen konkreten Zusammenhang zu schaffen zwischen dem Gesagten/Wort („trinken“), der Aktivität (trinken) und der Gebärde (aus einem imaginären Becher trinken). Und worauf auch geachtet werden sollte ist, dass das Kind gerade empfänglich dafür ist und uns seine Aufmerksamkeit schenkt.

Und wann kann ich damit starten? Ich persönlich würde sagen ab Geburt, aber meist wird von sechs Monaten gesprochen. Erstmal ist vor allem wichtig, dass wir Eltern uns daran gewöhnen nebenbei zu gebärden. Wann die Kinder wirklich selbst damit anfangen, kann stark variieren. Allgemein gilt wohl: Je früher man anfängt (mit 6 Monaten), desto jünger (8 – 12 Monate) ist das Kind, wenn es die erste Gebärde zeigt. Hier braucht ihr dann aber auch einen längeren Atem, da es sehr lang dauert bis die erste Gebärde zurückkommt. Bei einem älteren Kind kann das natürlich sehr viel schneller gehen.

Damit ich nun auch meinen Mann mit ins Boot holen kann und wir auch daran denken, die Gebärden immer zu nutzen, habe ich mir ein paar Illustrationen ausgedruckt und diese an Wände und Türen geklebt, wo ich sie für sinnvoll erachtet habe. Die Illustrationen habe ich von der Internetseite von Sprechende Hände, die auch einen eigenen YouTube-Kanal (Kindergebärden – Babygebärden – Babyzeichen) haben.

Mit diesen Gebärden werden wir beginnen (meine YouTube-Playlist):

  • Hallo (das macht man ja sowieso ziemlich automatisch, einfach winken)
  • Essen
  • Trinken
  • Hund (Da wir ja Lolly haben, passt das ganz gut.)
  • Auto
  • Baum
  • Licht an und aus
  • Musik/singen
  • Kuscheln/lieb haben (Gebärde vom Titelbild)

Mal sehen wie das klappt und wann Mr. T die erste Gebärde zeigt. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Das Buch, welches ich mir übrigens dazu gekauft habe und woraus ich auch die Informationen habe, ist folgendes:

babySignal – Mit den Händen sprechen: Spielerisch kommunizieren mit den Kleinsten von Wiebke Gericke (8. Auflage)

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