Abgestillt: Unverhofft kommt oft

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Wie die Überschrift schon verrät. Wir haben abgestillt. Ja, ich bin für viele wahrscheinlich eine „Langzeit-Stillerin“, denn Mr. T ist jetzt schon 17 Monate alt. Aber für mich war das noch immer vollkommen ok. Er ist und bleibt eben mein Baby. Seit Monaten haben wir sowieso nur noch nachts gestillt, somit musste ich mich tagsüber auch nicht rechtfertigen. Ich hatte eh schon öfter das Gefühl, dass es meine Umwelt nicht so normal oder richtig empfunden hat, wie ich das geregelt habe. Mr. T war ja ein Frühchen und im Krankenhaus wurde uns empfohlen, die 10 Wochen, die er früher kam auch über den 6 Monat hinaus voll zu stillen. Da ich mich außerdem für das Konzept „Baby-led Weaning“ zur Beikosteinführung entschieden habe, wurde Mr. T sogar länger voll gestillt. In meinen Augen hat ihm das nicht geschadet, aber es gab auch damals schon einige nicht so überzeugte Stimmen in meinem Umfeld. Aber ich habe mir da nicht reinreden lassen und auch meinen Mann überzeugen können, dass wir es auf meine Weise machen.

Aber nun um Abstillen

Leider wird es keine Abstill-Tipps von mir geben. Wir hatten das schon länger vor und ich habe auch meine Hebamme diesbezüglich kontaktiert. Sie gab mir den Tipp einfach drei Tage wegzufahren und meine Männer allein zu lassen. Das würde wohl bei den meisten super funktionieren. Mir kam das aber, ehrlich gesagt, etwas radikal vor. Auch wenn ich denke, dass mein Mann das super hinbekommen und auch Mr. T keinen Schaden davon getragen hätte. Denn eigentlich brauchte er das in meinen Augen gar nicht mehr. Ich denke, es war einfach meine Faulheit ihn nachts wieder in den Schlaf zu wiegen. Anlegen war einfach viel leichter und entspannter. Ich nehme an, dass das Saugen ihn beruhigt hat, denn er nimmt keinen Schnuller, den man ihm sonst einfach hätte in den Mund stecken können.

Aber nun zum Wesentlichen…

Bei uns war es so, dass Mr. T einfach erkältet war und das den Startschuss gab. Denn mit verschnupfter Nase kann man halt einfach nicht saugen. Und so musste ich ihn zwangsläufig anders beruhigen. Das war leider nicht ganz einfach. Auch weil ich nachts wirklich immer sehr fertig bin und einfach nur weiterschlafen möchte. Oftmals habe ich ihn dann in unser Bett geholt. Das funktionierte aber auch nur so gut, weil Papa da drin lag. Denn Mr. T befindet sich gerade in einer extremen Papaphase. Ich konnte alles Mögliche probieren, um ihn zu beruhigen und nichts half. Teilweise schrie er wirklich sehr heftig und da drehte sich Papa zu uns, nahm ihn auf den Bauch und schwupps hat der Junge seelenruhig geschlafen. Da zweifelt man als Mama echt auch an sich selbst. Nun habe ich ja nicht mal mehr die Brust zu bieten, also bin ich jetzt vollkommen out. Ich bin mal gespannt, wie lange diese Phase noch anhält. Das ging nämlich schon vor Weihnachten los. Wobei ich auch zugeben muss, dass es mal ganz angenehm ist, wenn Mama abgeschrieben ist, sobald Papa zu Hause ist.

Mittlerweile muss ich nachts auch nicht mehr oft raus. Meist schläft er jetzt von 23 bis 7 Uhr durch. Ins Bett geht er schon 20 Uhr aber bis 23 Uhr kann es schon nochmal sein, dass er wach wird und Hilfe benötigt, um wieder in den Schlaf zu kommen. Aber danach schafft er es jetzt eigentlich ganz gut allein. Morgens hole ich ihn dann wieder in mein Bett und da schläft er jetzt sogar oftmals mit mir bis 9 Uhr. Ich will das ja eigentlich gar nicht veröffentlichen, weil es dann meistens nicht mehr so gut funktioniert. Das war zumindest früher immer, wenn ich mich gefreut habe, dass er vier oder fünf Stunden am Stück geschlafen hat. Dann habe ich es meinen Freundinnen erzählt und schwupps war er wieder alle zwei Stunden nachts wach. Also ich hoffe, die Langschläferphase bleibt noch etwas. Denn ich bin ein extremer Vielschläfer und könnte eigentlich immer schlafen.

Aber das Beste an der ganzen Sache:

Endlich bin ich diese blöden Stillhütchen los! Man war doch echt Sklave dieser Dinger. Unterwegs durfte man sie auf keinen Fall vergessen, denn dann waren wir halt echt völlig aufgeschmissen. Außerdem musste man ja immer mehrere dabei haben, falls mal eins unterfällt. Und dieses permanente Sterilisieren. Es war einfach nervig. Also ich finde es schon irgendwie traurig nicht mehr zu stillen, aber ich versuche trotzdem so viel wie möglich Mr. T meine Nähe anzubieten. Doch diesen Stillhütchen traue ich keine Sekunde hinterher!

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